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Wirtschafts- und Energie- Landesrat Dr. Michael Strugl: „Erfolgreiche Beteiligung am neuen Förderprogramm des Bundes untermauert Oberösterreichs Weg zur Energieleitregion“

26.03.2016, Land Oberösterreich

März 26, 2016

(LK) „Das erklärte Ziel der künftigen Energiestrategie Oberösterreichs ist es, dass unser Bundesland zu einer Energieleitregion wird, insbesondere mit neuen Technologien. Dass wir hier bereits auf einem guten Weg sind, untermauert das Ergebnis der Ausschreibung des neuen Förderprogrammes des Bundes, ‚Vorzeigeregion Energie‘: Nicht weniger als 4 von 11 ausgewählten Einreichungen bundesweit kommen aus Oberösterreich“, zeigt sich Wirtschafts- und Energie-Landesrat Dr. Michael Strugl erfreut. Im Rahmen der Initiative „Vorzeigeregion Energie“ des Klima- und Energiefonds sowie des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie sollen mit innovativen Energietechnologien aus Österreich Musterlösungen für intelligente, sichere und leistbare Energie- und Verkehrssysteme der Zukunft entwickelt werden.

Im Mittelpunkt des neuen Förderprogrammes soll ein effizientes Zusammenspiel von Erzeugung, Verbrauch, Systemmanagement und Speicherung in einem für alle Marktteilnehmer optimierten Gesamtsystem mit zeitweiser Versorgung durch bis zu 100 % erneuerbare Energien stehen. Die Verantwortlichen der 11 ausgewählten Projekte können nun mit einer Förderung von mehr als 2 Mio. Euro insgesamt Gesamtkonzepte zur Realisierung von groß angelegten Vorzeigeregionen entwickeln, die international Vorbildcharakter haben. Für deren Umsetzung stehen dann dieses und nächstes Jahr weitere 23 Mio. Euro zur Verfügung. Welche Projekte dafür dann zum Zug kommen, entscheidet sich bei einer zweiten Ausschreibung, die im Herbst startet.

„Das Thema Energie hat in unserem Bundesland einen besonderen Stellenwert. Zum einen ist Oberösterreich aufgrund seiner von der Industrie geprägten Wirtschaftsstruktur ein besonders energieintensives Bundesland. Zum anderen sind heimische Energietechnologie-Unternehmen besonders innovativ und in verschiedenen Bereichen sogar Technologieführer. Daher setzen wir entsprechende Anstrengungen im Bereich Energieforschung und nutzen dabei auch die Förderprogramme des Bundes“, unterstreicht Wirtschafts- und Energie-Landesrat Strugl.

Innovationsminister Jörg Leichtfried: „Oberösterreich ist geprägt von der leistungsstarken Schwerindustrie. Um im globalen Wettbewerb auch zukünftig bestehen zu können, müssen Energiekosten gesenkt und der Energieeinsatz optimiert werden. Das ist eine Daueraufgabe für die Industrie – mit der Vorzeigeregion Energie unterstützten wir Oberösterreich dabei.“

Klima- und Energiefonds Geschäftsführerin Theresia Vogel: „Oberösterreich hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit einem integrierten Ansatz zu demonstrieren, dass 100% Erneuerbare im Energie-und Mobilitätssystem auch in einer industriegeprägten Region möglich sind. Wir unterstützen die oberösterreichischen Technologieführer im internationalen Wettbewerb und leistend damit einen Beitrag zum globalen Klimaschutz.“

Die ausgewählten Projekte aus Oberösterreich im Detail:

Projekt EnLeit OÖ (Energietechnologie-Leitregion Oberösterreich)
Mit dem Projekt „Energietechnologie-Leitregion Oberösterreich“ werden einzelne Technologien, Akteure und Investitionen system- und sektorübergreifend in einem Gesamtkonzept gebündelt und damit tragfähige Innovationsstrukturen geschaffen. Im Zentrum stehen vier Leuchttürme („Schwarm“ PV-Eigenverbrauch, Biomassetechnologien, innovative Technologien und Services für KMUs, Elektromobilität), die aus ökonomischer, sozialer, rechtlicher und ökologischer Sicht analysiert und unter aktiver Einbeziehung von Nutzer/innen weiterentwickelt werden. Auf dieser Basis soll ein Leitmarkt für innovative Energietechnologien mit hoher österreichischer Wertschöpfung entstehen, der als Musterlösung für intelligente, sichere und leistbare Energie- und Mobilitätssysteme der Zukunft dient und die Zahl der heimischen Unternehmen, die in ihren Bereichen Technologie-Marktführer sind, signifikant erhöhen. Die Projektleitung hat der OÖ Energiesparverband, das Land Oberösterreich ist Projektpartner, zudem sind 4 wissenschaftliche Einrichtungen und 4 Energie- und -technologieunternehmen Projektpartner. Weiters wird das Projekt durch 20 Unternehmen, 11 Gemeinden und 9 internationale Organisationen, Forschungseinrichtungen und Netzwerken durch Interessenserklärungen unterstützt.

Projekt WIVA P&G (Wasserstoffinitiative Vorzeigeregion Austria Power & Gas)
Für die Weiterentwicklung des europäischen und des österreichischen Energiesystems bedarf es aus einer Vielzahl von ökologischen und ökonomischen Gründen einer verstärkten Integration und Implementierung von erneuerbarem Wasserstoff und daraus generierten weiteren Kohlenwasserstoffen wie Methan. Österreich als zentrale Energiespeicherregion, Knotenpunkt im Energietransport und bedeutender Standort für erneuerbare Energieträger ist perfekt geeignet zur Demonstration einer österreichischen Energie-Vorzeigeregion, die stark vernetzt die Umstellung des Systems auf erneuerbaren Wasserstoff veranschaulicht. Im Sondierungsprojekt WIVA P&G wird durch ein übergeordnetes Gesamtkonzept erarbeitet, wie die Wasserstoff-basierte Vorzeigeregion aufbauend auf der intelligenten Vernetzung der bestehenden laufenden und geplanten Projekte optimal umgesetzt werden kann. Herzstück der Vorzeigeregion ist die virtuelle und reale Verknüpfung und systemübergreifende Bündelung bestehender Wasserstoff- und Power-to-Gas-Leuchttürme und die Addition neuer im Innovationslabor initiierter Projekte (Reduktion von White Spots), die ein vollständiges Bild eines Wasserstoff-basierten erneuerbaren Energiesystems ergeben. Diese Vernetzung stellt eine fundamentale Basis für das Charakteristikum einer großflächigen, international repräsentativen Energie-Vorzeigeregion dar. Die Projektleitung hat das Energieinstitut an der JKU Linz über, zwei weitere Forschungsinstitutionen und 8 namhafte Unternehmenspartner (davon 6 mit starkem OÖ-Bezug) planen die Umsetzung des Projekts, das seitens des Wirtschaftsressorts des Landes OÖ sowie durch weitere 20 nationale und internationale Institutionen durch Interessenserklärungen maßgeblich unterstützt wird.

Projekt OÖ4Industry (Vorzeigeregion Produzierende Industrien OÖ)
Vor dem Hintergrund des EU-Zieles der vollständigen Dekarbonisierung der Industrie ergeben sich vielfältige Herausforderungen, welche nur durch die Schaffung überregionaler und multi-disziplinärer Innovationsstrukturen und durch systemübergreifende Bündelung von Einzelmaßnahmen unter einer gemeinsamen Gesamtstrategie gelöst werden können. OÖ4Industry zielt darauf ab, die Region Oberösterreich unter Einsatz innovativer heimischer Energietechnologien als international sichtbaren Vorzeigestandort für eine energieeffiziente, vorwiegend erneuerbare Produktion zu etablieren. Mögliche diesem Ziel entsprechende Systemlösungen werden identifiziert, technisch, ökonomisch, sozial, rechtlich und ökologisch bewertet sowie ein Zeit- und Finanzierungsplan zur Umsetzung der Gesamtstrategie erarbeitet. Ein übergeordnetes, innovatives Instrument in Form eines Living Lab, welches der Koordination aller Einzelaktivitäten bei der Umsetzung der Vorzeigeregion dient, wird erarbeitet und beschrieben. Die Projektleitung hat das Austrian Institute of Technology (AIT) über, drei weitere Forschungsinstitutionen und 6 namhafte oö. Unternehmenspartner planen die Umsetzung des Projekts, das seitens des Wirtschaftsressorts des Landes OÖ sowie durch weitere 12 Institutionen durch Interessenserklärungen maßgeblich unterstützt wird.

Projekt KIST_EBAM Kirchdorf-Steyr (ländliche Modellregion für eine automatisierte und vorrangig auf erneuerbaren Energieträgern basierende Mobilität)
Erstellt wird eine Strategie für die Realisierung einer ländlichen Modellregion, in der eine automatisierte und vorrangig auf erneuerbaren Energieträgern basierende Mobilität anschaubau wird. Die Projektleitung hat das STUDIA-Schlierbach Studienzentrum für internationale Analysen.
Das Förderprogramm „Vorzeigeregion Energie“ des Klima- und Energiefonds
In der „Vorzeigeregion Energie“ werden mit innovativen österreichischen Energietechnologien Musterlösungen für klimafreundliche, effiziente, sichere und leistbare Energie- und Verkehrssysteme entwickelt und großflächig im Realbetrieb erprobt und demonstriert. Sie dienen als Modelle für eine breite Übertragung und Umsetzung. Im Fokus stehen die zentralen Herausforderungen der Energiewende: Integration eines möglichst hohen Anteils erneuerbarer Energien, Flexibilisierung, verschiedene Sicherheitsaspekte, geeignete Geschäftsprozesse sowie attraktive Dienstleistungen und Geschäftsmodelle, Etablierung neuer Kooperationen und Einbeziehung neuer Akteure sowie effiziente Technologien und deren Systemintegration.
Der Klima- und Energiefonds stellt in Kooperation mit dem Ministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) für das Förderprogramm „Vorzeigeregion Energie“ insgesamt 25 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert wird ab sofort – mit einem Budget von 2 Millionen Euro –die Umsetzung ausgewählter Konzepte. Für die Jahre 2016 und 2017 stehen weitere 23 Millionen Euro zur Verfügung.