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Kann eine Industrieregion mit erneuerbarer Energie versorgt werden?

26.03.2016 Montanuniversität Leoben

März 26, 2016

Ziel der Sondierung ist die Vorbereitung einer weltweit sichtbaren Vorzeigeregion Energie „Industrieachse Mur-Mürz“, die unter Berücksichtigung des Zusammenspiels der energieintensiven Industrie mit regionalen Energiebedarfen und regionalen Energiepotenzialen ein Testbed möglichst österreichischer Energietechnologien darstellt und zumindest zeitweise eine Versorgung mit 100 Prozent Erneuerbarer Energie ermöglicht. Dabei sollen unter der Prämisse intelligenter Systemvernetzung die Entwicklung von heimischen Energietechnologien und -systemen, die Stärkung und der Ausbau Österreichs als Leitmarkt und eine aktive Einbindung aller Nutzer in den Projektverlauf im Vordergrund stehen. Innovationsminister Jörg Leichtfried: „Die Industrie ist die stärkte Wirtschaftskraft in der Steiermark, sie sichert Wohlstand und Beschäftigung. Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, müssen Energiekosten gesenkt und der Energieeinsatz optimiert werden. Das ist eine Daueraufgabe für die Industrie – mit der Vorzeigeregion Energie unterstützten wir die Region Mur-Mürz dabei.“

Kann eine Industrieregion mit erneuerbarer Energie versorgt werden?

Die Industrieachse Mur-Mürz verbindet die politischen Bezirke Bruck-Mürzzuschlag, Leoben und Murtal. Sie ist eine der am stärksten industrialisierten Regionen Österreichs. Seitens der großen Industriebetriebe (VOEST, Böhler, Norske-Skog-Bruck, Heinzl-Pöls, Brigl&Bergmeister, Stahl Judenburg, Brauerei Gösser…) werden derzeit schon Anstrengungen unternommen, einerseits selber Energie einzusparen, andererseits Energieverbunde mit dem öffentlichen Raum aufzubauen.
Hierzu sind zunächst alle bereits vorhandenen Daten (Beschreibung vorhandener Leuchtturmprojekte, Stakeholder Struktur und deren Energiestrategien für die Zukunft, Leitbilder, regionale Energiebedarfe, Ab-Energien der Industrie und regionale Potentiale an erneuerbarer Energie) über die Projektregion zu sammeln und zu verdichten, um daraus in weiterer Folge ein wissenschaftliches, technisches, organisatorisches und wirtschaftliches Gesamtkonzept abzuleiten zu können. Dabei sollen Einzeltechnologien zu Gesamtsystemlösungen kombiniert und darüberhinausgehende, skalierbare Ideen für zusätzliche, über Systemgrenzen und Technologiebereiche hinweggehende Leuchtturmvorhaben bzw. für die Vernetzung bestehender Leuchttürme gefunden werden.
„Um diese nachhaltige Regionsentwicklung tatsächlich zur Umsetzung zu bringen, sollen Industrieunternehmen, Stakeholder, Nutzer und Gemeinden sowohl in die Problemdefinition als auch in die Entwicklung, Erprobung, Umsetzung und Verbreitung von entsprechenden Projekten miteinbezogen werden“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Thomas Kienberger, Projektverantwortlicher seitens der Montanuniversität. Dieser interaktive Innovationprozess soll bedarfsgerecht in der realen Umgebung der Stakeholder bzw. Nutzer (z. B. Nutzerbeobachtungen, Feldtests) stattfinden und in dafür notwendige Living Lab Strukturen eingebettet werden. Dazu bedarf es einer umfassenden Betrachtung und interdisziplinären Optimierung, die nur unter Partizipation der regionalen Akteure und Zielgruppen zu tragfähigen Umsetzungsvorhaben führen kann. Die Umsetzungsroadmap, die nach Abschluss der gegenständlichen Sondierung vorliegen soll, beinhaltet neben der Definition der Umsetzungsprojekte auch einen 5-jährigen Zeit- und Finanzierungsplan. Zudem werden Evaluierungs- und Monitoringmethoden entwickelt, die zur Wirkungskontrolle der angedachten Maßnahmen dienen.
Neben der aktiven Beteiligung der 31 wichtigsten regionalen Player (LoS Partner) wird das Vorhaben zudem von drei weiteren, sich momentan in Beantragung befindlichen, Vorzeigeregionen unterstützt.

Das Förderprogramm „Vorzeigeregion Energie“ des Klima- und Energiefonds

In der „Vorzeigeregion Energie“ werden mit innovativen österreichischen Energietechnologien Musterlösungen für klimafreundliche, effiziente, sichere und leistbare Energie- und Verkehrssysteme entwickelt und großflächig im Realbetrieb erprobt und demonstriert. Sie dienen als Modelle für eine breite Übertragung und Umsetzung. Im Fokus stehen die zentralen Herausforderungen der Energiewende: Integration eines möglichst hohen Anteils erneuerbarer Energien, Flexibilisierung, verschiedene Sicherheitsaspekte, geeignete Geschäftsprozesse sowie attraktive Dienstleistungen und Geschäftsmodelle, Etablierung neuer Kooperationen und Einbeziehung neuer Akteure sowie effiziente Technologien und deren Systemintegration.
Klima- und Energiefonds Geschäftsführerin DI Theresia Vogel: „Mit unserem Förderprogramm „Vorzeigeregion Energie“ wollen wir zeigen, dass Klimaschutz und eine leistungsstarke Industrie am Standort Österreich kein Widerspruch sind. Im Gegenteil: Investitionen in Forschung und Entwicklung klimafreundlicher Technologien unterstützen den Standort Österreich im internationalen Wettbewerb und leisten einen Beitrag zum globalen Klimaschutz.“
Der Klima- und Energiefonds stellt in Kooperation mit dem Ministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) für das Förderprogramm „Vorzeigeregion Energie“ insgesamt 25 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert wird ab sofort – mit einem Budget von 2 Millionen Euro –die Umsetzung ausgewählter Konzepte. Für die Jahre 2016 und 2017 stehen weitere 23 Millionen Euro zur Verfügung.

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Thomas Kienberger
Lehrstuhl für Energieverbundtechnik / Chair of Energy Network Technology Department für Umwelt- und Energieverfahrenstechnik
Montanuniversität Leoben
Tel: +43 3842 402 5400
Mobil: +43 699 10960602
Email: thomas.kienberger@unileoben.ac.at
Web: evt.unileoben.ac.at